Die Dekonvolution(deconvolution) ist in der Mikroskopie ein weit verbreitetes Verfahren zur Bilddatenverarbeitung. Das Mikroskop führt bei der Abbildung einen bestimmten Fehler (PSF – Konvolution) in die gewonnenen Daten ein . Dekonvolutionsalgorithmen arbeiten mit diesen Parametern und korrigieren die Ausgabedaten, um ein Bild mit höherer Auflösung zu erhalten, das das untersuchte Objekt besser wiedergibt.
Abbildung 1: Die Punktstreufunktion (PSF –Point Spread Function), die bei der Abbildung eines Punktobjekts mit einem Fluoreszenzmikroskop (Widefield) und einem Konfokalmikroskop (Confocal) gewonnen wurde. Die Bildverzerrung des Punktobjekts wurde durch den Faltungsvorgang verursacht.
Die Punktstreufunktion (PSF – Point Spread Function) stellt die vom Mikroskop gewonnenen Informationen bei der Abbildung eines punktförmigen Objekts (Punktquelle) dar. Größe und Form der PSF hängen von den Parametern der Komponenten ab, durch die das Signal läuft, von den Brechungsindizes (n) aller Medien sowie von der verwendeten Methode (siehe Abbildung 1).
Es gibt viele verschiedene Dekonvolutionsalgorithmen, die auf Daten aus Mikroskopen angewendet werden (siehe Tabelle). Alle arbeiten mit dem konvolutierten Bild und liefern als Ergebnis eine mehr oder weniger hochwertige Wiedergabe des realen Objekts.
| Algorithmus | Geschwindigkeit | Quantitativ | Erfordert PSF | Erzeugt PSF | S/N | Rauschen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| No/Nearest – Nachbar | Schnell | Nein | Nein | Nein | Niedriger | Höher |
| Inversfilter | Mittlere Geschwindigkeit | Nein | Nein | Nein | Höher | Höher |
| Nicht-blindes, eingeschränktes iteratives Verfahren | Mäßig langsam | Ja | Ja | Nein | Höher | Niedriger |
| Blind-Constrained-Iterative | Langsam | Ja | Ja | Ja | Höher | Niedrigste |
„No/Nearest-Neighbor“-Algorithmen sind relativ einfach und entfernen, ähnlich wie bei der Konfokalmikroskopie, Signale außerhalb der Fokusebene. Die übrigen genannten Algorithmen sind bereits komplexer, und insbesondere die iterativen (Non-blind/Blind constrained iterative) nutzen das gesamte erfasste Signal für die endgültige Bilddarstellung.
Abbildung 2: Schematische Darstellung der bei der blinden Dekonvolution ablaufenden Prozesse. Die durchschnittliche Anzahl der Iterationen für eine typische Ausgabe eines Konfokalmikroskops beträgt 10×.
Iterative Algorithmen vom Typ„Blind constrained iterative“– die sogenannte blinde Dekonvolution (blind deconvolution) – sind derzeit die neuesten. Sie unterscheiden sich von den anderen dadurch, dass die PSF durch eine Schätzung auf der Grundlage der Mikroskopparameter bestimmt wird und im Laufe des Iterationsprozesses (Wiederholungen) angepasst. Dies vereinfacht den gesamten Prozess und ermöglicht einer breiten Anwenderschicht, aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Die blinde Dekonvolution ist eine große Stärke unserer Lösung – der Software AutoQuant.
Die Dekonvolutionssoftware AutoQuant (Bitplane) weist folgende Merkmale auf:
- Flexibilität bei der Auswahl verschiedener Algorithmen für die jeweilige Anwendung
- Sehr ausgefeilte Algorithmen fürdiesogenannte„blinde Dekonvolution“(blind deconvolution)
- Intuitiver und unkomplizierter Arbeitsablauf mit automatischer Überprüfung der Genauigkeit der Metadaten
- Kompatibel mit mehr als 20 Formaten aus Erfassungs- und Analysesoftware
- Direkte Anbindung an die Bildanalysesoftware Imaris
- Online-Support, Tutorials und Webinare sowie Anleitungen für konkrete Anwendungen
