Ähnlich wie bei anderen kürzlich durchgeführten Projekten haben wir auch hier den Weg
der Eigenfertigung eines Strahlkombinators eingeschlagen. Es wurden Diodenlaser mit relativ hohen Leistungen (> 100 mW bei 3 von 4 Wellenlängen) verwendet,
was eine aktive Kühlung der Laser sowie deren Schutz vor Rückreflexionen erforderlich machte. In Übereinstimmung mit früheren
Realisierungen haben wir den Strahlkombinator mit einer zentralen Schaltung mittels Schlüssel,
einem Interlock-Stecker und Tasten, die das individuelle Ein- und Ausschalten der Laser ermöglichen. Die Steuerung der Laser (z. B.
die Einstellung der Nennleistung) kann ferngesteuert über einen PC mittels eines vorinstallierten USB-Anschlusses erfolgen.
Der Kunde wünschte in diesem Fall weder eine schnelle Modulation (Pulsierung) der Laser noch einen Ausgang über ein Single-Mode-Faser (SM), und
so bestand die einzige größere technische Herausforderung in der Optimierung des Ausgangsprofils. Angesichts der Art der Anwendung, bei der
die Küvetten mit Proben im Inneren des EPR-Spektrometers bestrahlt werden sollen, war es das Ziel, am Ausgang ein möglichst homogenes Profil innerhalb
des gewünschten Bereichs zu gewährleisten. Das größte Hindernis bei der Erreichung dieses Ziels ist die Entstehung eines Interferenzmusters am Ausgang von
Multimodefasern (sog. Speckle). Dieses Problem haben wir schließlich durch den Entwurf und die Herstellung eines eigenen „Despecklers“ gelöst,
also einer Vorrichtung, die für eine „Verwischung“ des Ausgangsmusters und damit für dessen Homogenisierung über die Zeit sorgt. Unser Despeckler
arbeitet bis zu einer Zeitauflösung von 0,1 ms (10 kHz), was den Anforderungen des Kunden mehr als ausreichend ist, da EPR-Messungen
in der Regel auf einer um mehrere Größenordnungen langsameren Zeitskala stattfinden. Zudem haben wir den Despeckler mit einer sorgfältigen
Einstellung der Bedingungen für die Kopplung der Laser in die optische Faser kombiniert, wodurch das Intensitätsprofil am Ausgang eher eine „Top-Hat“-Form
Form aufweist und nicht die üblicherweise verwendete „gaussförmige“ Form. Ein Vergleich des optimierten und des herkömmlichen Ausgangs in einem Multimode-Faser
ist in der Abbildung unten zu sehen.
Geräteparameter
- Laser: (Wellenlänge, Leistung)
- 375 nm, 70 mW
- 422 nm, 100 mW
- 532 nm, 150 mW
- 637 nm, 160 mW
- Gemeinsamer Ausgang in ein 2 m langes MM-Faser
- Nenn-Leistungskopplungseffizienz > 70 % für alle Laser (Leistung am Faserende / Leistung am Freiraumausgang
des Lasers)
- Homogenisierung des Ausgangsprofils durch einen Despeckler mit einer Zeitauflösung von bis zu 0,1 ms
- Zentrale Einschaltung (Schlüssel)
- Interlock