Optische Verzögerungsleitungen (Fiber Optical Delay Lines) sind Geräte, die dazu dienen, die Zeitsteuerung eines Lichtsignals durch Veränderung der Länge seines optischen Weges zu beeinflussen. Das Grundprinzip ist einfach: Die Verzögerungsleitung fügt dem Licht eine zusätzliche Strecke hinzu, die es zurücklegen muss, was zu einer zeitlichen (bei einem Impulssignal) oder phasenbezogenen (bei einem periodischen Signal) Verschiebung gegenüber der Quelle führt.

Eine häufig verwendete Variante der optischen Verzögerungsleitung nutzt Lichtwellenleiter, die das Licht in die Verzögerungseinheit leiten und es nach Zurücklegen der entsprechenden Strecke wieder herausleiten. Ein solches Gerät bezeichnen wir als faseroptische Verzögerungsleitung. Der Hauptvorteil dieser Architektur liegt in der problemlosen Anbindung an andere Teile des optischen Systems des Anwenders bei gleichzeitig geringen Einfügedämpfungen. Die Verzögerungsleitung kann kompakt und tragbar sein, was ihre Integration in bestehende Systeme erleichtert. 

Dank der Sub-Femtosekunden-Auflösung modernster optischer Verzögerungsleitungen gehören zu den Hauptanwendungen die Interferometrie (zur Synchronisation von Strahlen in mehreren Armen), die kohärente Kombination von Strahlen (zum Phasenausgleich in einzelnen Kanälen), die optische kohärente Tomographie (zur Abtastung von Gewebeschichten) sowie das optische Zeitmultiplexverfahren (zur Verschachtelung von Datenkanälen) und eine Reihe weiterer Aufgaben der Signalverarbeitung, bei denen eine präzise Zeitsteuerung unerlässlich ist.

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